Die Dauer der Zinsbindung
ist für viele Kreditnehmer enorm wichtig.
Schließlich bleiben sowohl die Zinsen als
auch die Kreditraten während dieser Zeit
konstant. Dies gibt Planungssicherheit für
das eigene Monatsbudget. Da die meisten
Darlehen am Ende der Zinsbindung jedoch noch
nicht vollständig getilgt sind, droht dann
die Vereinbarung neuer Konditionen, was ein
Zinsänderungsrisiko mit sich bringt.
Die unterschiedlichen
Zinsbindungsmöglichkeiten
Die Zinsen bei Baufinanzierungsdarlehen sind
enorm wichtig, denn sie nehmen einen
wesentlichen Einfluss auf die Höhe der
Kreditrate. Kreditnehmer haben dabei
verschiedene Möglichkeiten, die Zinsen
festzuschreiben.
Annuitätendarlehen weisen in der Regel immer
eine feste Zeit der Zinsbindung aus. Diese
kann je nach Wunsch zwischen 5-15 Jahren
liegen, einige Hypothekenfinanzierer legen
die Zinsen sogar für einen Zeitraum von 20
Jahren fest.
Daneben bieten viele Banken, gerade in der
jetzigen Phase niedriger Zinsen, an, die
Zinsen variabel zu gestalten. Dabei
orientieren sich die Konditionen am Euribor,
am Interbankenzinssatz, zu dem sich die
Banken untereinander Geld verleihen.
Chancen und Risiken unterschiedlicher
Zinsbindungsphasen
Die Deutschen gelten als
sicherheitsorientiertes Volk, daher nutzen
viele Anleger auch nur ungern Aktien oder
andere Wertpapiere mit Schwankungsrisiken.
Gleiches gilt für die Baufinanzierung. Ein
Darlehen mit einem variablen Zinssatz bietet
zwar die Möglichkeit, dass die Zinssätze in
Zeiten sinkender Marktzinsen ebenfalls
sinken, demgegenüber werden die Konditionen
jedoch angehoben, wenn die Leitzinsen wieder
steigen. Darlehen mit variablen Zinssätzen
eignen sich daher vor allem für Menschen,
die in den kommenden Jahren sinkende bzw.
gleich bleibende Zinssätze voraussehen. Der
Vorteil von Darlehen mit variablem Zins ist
dabei vor allem, dass diese keine
Kündigungsfristen aufweisen und daher
jederzeit in ein konventionelles
Annuitätendarlehen umgewandelt werden
können.
Dem gegenüber stehen jedoch die Darlehen mit
langjähriger Zinsfestschreibung. Oft sind
diese Konditionen etwas höher, die Zinsen
werden aber für die Zinsbindungsfrist
garantiert. Gerade sicherheitsbewusste
Menschen, die ihr Budget im Voraus planen,
haben so eine langfristige
Planungsgrundlage. Erst am Ende der
Zinsbindung, also nach bis zu 20 Jahren,
müssen die Zinssätze dann wieder mit der
Bank verhandelt werden. Vielfach kann bei
langen Zinsbindungsfristen die Rückzahlung
während der Zinsbindungszeit erreicht werde,
so dass Neuverhandlungen gar nicht mehr
nötig werden.
Die Zinsbindung in der heutigen Phase
niedriger Marktzinsen
Aktuell, im Mai 2008, befindet sich
Deutschland und Europa in einer noch nie
dagewesenen Niedrigzinsphase. Die
Zentralbank hat erst Anfang des Monats ihren
Leitzins auf das historische Tief von nur
noch ein Prozent gesenkt, auch die
Konditionen für Baufinanzierungsdarlehen
sind gesunken. Mussten Darlehensnehmer noch
im Sommer 2008 für ihr erstrangiges
10jähriges Annuitätendarlehen mehr als 5%
p.a. bezahlen, werden diese Darlehen heute
für wenig über 3% p.a. vergeben.
In den
kommenden Monat ist, trotz geringen
Wirtschaftswachstums, allerdings wieder eine
Anhebung der Konditionen zu befürchten, da
sich die Nachfrage nach langfristigen
Darlehen aufgrund der zunehmenden
Staatsverschuldung erhöht. Es ist daher
sinnvoll, heute Darlehen mit langer
Zinsbindungsfrist zu wählen, um sich dann in
den nächsten Jahren, wenn die Zinsen wieder
steigen, entspannt zurücklehnen zu können.
Informationen zur hohen
Tilgung:
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