Die Zinsen sind für Darlehensnehmer die
wichtigste Größe beim Vergleich
verschiedener Angebote. Dabei sind die
Zinsen aktuell besonders günstig, denn der
Leitzins der Zentralbank wurde auf ein
historisches Tief gesenkt.
Die aktuellen Zinsen im historischen
Vergleich
Die Zinsen für Baufinanzierungsdarlehen
orientieren sich in erster Linie am Leitzins
der Zentralbank. Dieser Leitzins wird
regelmäßig auf den Prüfstand gestellt,
Veränderungen werden bei sich ändernden
Inflationsdaten oder aber wirtschaftlichen
Voraussetzungen vorgenommen. Sofern die
Zentralbank handelt, wirkt sich dies relativ
schnell auf die Zinssätze für Geldanlagen
und Kredite aus, denn auch die
Refinanzierungsmöglichkeiten orientieren
sich am Leitzins.
Bei ihrer letzten Sitzung im Mai 2009 senkte
die Europäische Zentralbank den Leitzins auf
ein historisches Tief von nur noch 1%. Noch
im Herbst 2008 lag der Leitzins bei 4,25%,
so dass die Zinsen seither enorm gefallen
sind.
Diese Zinssenkungen wirken sich auch auf die
Konditionen für Baufinanzierungsdarlehen
aus. Im Vergleich der letzten zehn Jahre
können sich Baufinanzierer heute freuen,
denn auch die Zinssätze für
Baufinanzierungsdarlehen sind historisch
niedrig.
Lagen die Zinssätze für Baudarlehen Anfang
der 1990er Jahre noch über 9% p.a., sanken
sie in den kommenden Jahren kontinuierlich
und markierten im Jahr 2005 ihren bisherigen
Tiefststand. Damals mussten Kreditnehmer für
standardisierte 10jährige Annuitätendarlehen
zwischen 4-5% p.a. bezahlen. Im Zuge der
Wirtschaftserholung stiegen auch die Zinsen
bis ins Jahr 2008 wieder an, so dass auch
die Konditionen für Baudarlehen angehoben
wurden. Im Sommer 2008 lagen die Konditionen
für 10jährige erstrangige Darlehen bei wenig
über 5% p.a.
Heute müssen Darlehensnehmer zum Teil
nicht einmal mehr 4% für ihr
Annuitätendarlehen bezahlen. Allerdings
unterscheiden sich die Konditionen der
Zinssätze von Bank zu Bank erheblich.
Schließlich ist nicht allein das Zinsniveau
für die Konditionen der Banken
verantwortlich, sondern auch die
Geschäftspolitik des jeweiligen Instituts.
Zinsvergleiche von unabhängigen
Finanzierungsberatern sind dabei ideal, denn
sie können auf verschiedene Banken zugreifen
und ersparen den Kreditnehmern so aufwändige
Telefonate oder gar Kundenbesuche bei den
Banken.
Die Auswirkungen des historisch niedrigen
Zinsniveaus
Durch das historisch niedrige Zinsniveau
sind auch langfristige Immobiliendarlehen
derzeit niedriger als bisher. Es ist daher
ratsam, die Zinsbindung möglichst
langfristig zu vereinbaren, um sich diese
niedrigen Zinsen für eine lange Laufzeit zu
sichern.
Die Vereinbarung langer Zinsbindungszeiten
ist vor allem deshalb wichtig, weil die
Zinsen in den kommenden Monaten wohl wieder
leicht ansteigen werden. Gründe hierfür ist
zum einen die wirtschaftliche Erholung im
Euroraum, weiterhin steigt die Nachfrage
nach langfristigen Krediten seitens des
Staates und der Kommunen. In der jetzigen
Zinsphase können auch langfristige
Zinsbindungszeiten von 15-20 Jahren genutzt
werden, um so das Zinsänderungsrisiko weiter
zu reduzieren.
Doch nicht nur Menschen, die jetzt neu
finanzieren, können das niedrige Zinsniveau
nutzen. Auch Kreditnehmer, deren Zinsbindung
in einiger Zeit ausläuft, sollten bereits
jetzt aktiv werden. Mittels Forward-Darlehen
ist es möglich, schon heute das
Anschlussdarlehen zu vereinbaren, welches
natürlich erst bei Ablauf der Zinsbindung
ausgezahlt wird. Wer also mit steigenden
Zinsen in der Zukunft rechnet, kann mit
Forward-Darlehen die Konditionen
festschreiben. Allerdings muss ein
Zinsaufschlag pro Monat berechnet werden,
der je nach Institut zwischen 0,01-0,04 p.M.
liegt.
Informationen zur
Baufinanzierung:
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