Baufinanzierung ohne Eigenkapital

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Baufinanzierung ohne Eigenkapital

Bei der Ermittlung der Zinssätze für Immobiliendarlehen wirken verschiedene Faktoren. Einer dieser Faktoren ist die Bonität des Kunden, ein anderer der Beleihungswert des Objektes, welches als Sicherheit für Finanzierung dient. Je geringer der Darlehensbetrag im Verhältnis zum Wert des Objektes ausfällt, desto weniger Risiko geht die Bank bei der Finanzierung ein und desto geringer sind die vom Kunden zu zahlenden Zinsen.
 


Der Einfluss des Beleihungswertes auf die Zinssätze


Werden Immobilien als Sicherheit für ein Darlehen zur Verfügung gestellt, muss sich die Bank zuerst über den Wert dieses Hauses informieren. Dazu wird eine Beleihungswertprüfung durchgeführt, für die die Bank den Grundbuchauszug, die Flurkarte sowie Bilder vom Objekt benötigt. Anhand dieser Unterlagen sowie Daten von Immobilienmaklern wird dann ermittelt, welcher Wert auf dem Immobilienmarkt derzeit erzielbar ist. Von diesem Wert wird anschließend noch ein Sicherheitsabschlag von 20% vorgenommen.

Dieser Abschlag ist notwendig, da Immobilien, wenn sie auf dem Wege der Zwangsversteigerung verkauft werden, oft einen Wert unter dem tatsächlichen Verkehrswert erzielen. Durch diesen Sicherheitsabschlag will die Bank sichergehen, dass das aufgenommene Darlehen mit dem Verkaufserlös wirklich zurückgezahlt werden kann.

 


Je geringer dabei die Darlehenssumme im Verhältnis zum Beleihungswert, desto geringer ist der Zins. Schließlich müssen die Banken seit einigen Jahren hohe Rückstellungen tätigen, wenn Darlehen ein hohes Risiko aufweisen. Darlehen, deren Wert lediglich 50-60% des Beleihungswertes beträgt, werden als erstrangig bezeichnet. Für sie wird der geringste Zinssatz berechnet. Die meisten Zinssätze, die von den Banken im Internet oder bei Werbeeinblendungen genannt werden, beziehen sich meist auf erstrangige Darlehen. Für alle anderen Darlehen müssen Zinsaufschläge eingerechnet werden.
 


Die Zinsaufschläge bei nicht erstrangigen Darlehen


Die Höhe der Zinsaufschläge für Darlehen, die den 60%igen Beleihungswert übersteigen, sind von Bank zu Bank sehr unterschiedlich. Es lohnt sich daher, die Konditionen in einem unabhängigen Konditionsvergleich gegenüberzustellen.
In der Regel erfolgt jedoch ein nur kleiner Zinsaufschlag für Darlehen mit einem 80%igen Beleihungswert. In diesem Fall müssen Darlehensnehmer also Eigenkapital oder Eigenleistungen von etwa 20% in ihre Finanzierung einbringen.


Immer häufiger können Kreditnehmer jedoch das geforderte Eigenkapital nicht vorweisen, auch Eigenleistungen sind aufgrund der beruflichen Belastung nicht möglich. In diesen Fällen ist die Finanzierung seit einiger Zeit auch ohne Eigenkapital zu 100% möglich. Beim Immobilienkauf sind dann nur etwaige Maklerkosten sowie die Grunderwerbssteuern aus Eigenmitteln zu bezahlen, die übrigen Kosten werden von der Bank finanziert. Da die Bank dabei jedoch einen Teil des Darlehens quasi ohne Sicherheiten vergibt, ist der Zinsaufschlag relativ groß, er kann zwischen 0,2-0,6% p.a. liegen.


Darlehensnehmer, die gar kein Eigenkapital besitzen, können ihr Darlehen bei einigen Instituten sogar zu 120% finanzieren, somit werden also auch Kosten, Gebühren und sogar die Einrichtung mit finanziert. Die Zinsaufschläge bei diesen Darlehen können bis zu ein Prozent betragen.
 


Das Risiko der Finanzierung ohne Eigenkapital


Bei der Baufinanzierung ohne Eigenkapital müssen Kreditnehmer also mit relativ hohen Zinsaufschlägen rechnen. Dabei ist zu beachten, dass durch die erhöhten Zinsen sowie die im Verhältnis hohen Darlehenssummen auch die monatliche Kreditbelastung steigt. Bei der Finanzierung selbst sollte daher die hohe monatliche Belastung kalkuliert werden, um die Finanzierung auch für viele Jahre sicherzustellen. Die Banken vergeben 100%-120%-Darlehen daher in der Regel nur an Menschen mit einem hohen und sicheren Monatseinkommen, wodurch die Rückzahlung abgesichert ist.

 

Informationen Baufinanzierung ohne Eigenkapital: