|
Werden Darlehen zur
Baufinanzierung als klassische
Annuitätendarlehen vergeben, weisen diese
eine feste Zinsbindungszeit auf. Nach dem
Ablauf dieser Zinsbindungszeit ist das
Darlehen jedoch in den seltensten Fällen
bereits getilgt, die Mehrzahl der
Kreditnehmer muss jetzt erneut mit der Bank
in Verhandlung treten, um die neuen
Konditionen zu vereinbaren.
Für die Anschlussfinanzierung gibt es dabei
unterschiedliche Möglichkeiten.
Die Anschlussfinanzierung bei der Hausbank
Alle Banken, bei denen eine Baufinanzierung
abgeschlossen wurde, werden vor dem Ablauf
der Zinsbindung auf ihre Darlehensnehmer
zugehen und ihnen ein Prolongationsangebot
unterbreiten. Dieses Angebot wird ca. drei
bis vier Wochen vor dem Ablauf der
Zinsbindung an den Kunden versandt. Darin
ist sowohl die neue Zinsbindungszeit als
auch der neue Zinssatz enthalten. Sofern der
Kunde mit diesem Angebot einverstanden ist,
muss er dieses lediglich unterzeichnen und
an die Bank zurücksenden. Diese wird das
Darlehen dann zum Termin prolongieren. Da
für die Annahme des Prolongationsangebots
nur wenig Aufwand nötig ist, gehen mehr als
50% aller Kreditnehmer auf dieses Angebot
ein, und zwar ohne Prüfung, ob andere Banken
ggf. günstigere Konditionen bieten.
Die Anschlussfinanzierung bei einer
Fremdbank
Mit dem
Ablauf der Zinsbindung eines
Annuitätendarlehens haben Kreditnehmer
die Möglichkeit, Sondertilgungen in
unbegrenzter Höhe vorzunehmen und das
Darlehen auch vollständig zurückzuzahlen. In
diesen Fällen müssen keine Kündigungsfristen
eingehalten werden. Aus diesem Grund ist es
auch möglich, das Darlehen zum Ablauf der
Zinsbindungszeit von einer anderen Bank
übernehmen und somit ablösen zu lassen.
Alle Banken kalkulieren ihre Zinssätze für
Baufinanzierungsdarlehen anders, so dass
sich die Zinssätze nicht unerheblich
unterscheiden. Bereits ein Zinsunterschied
von nur 0,1-0,5% p.a. kann einige Tausend
Euro Ersparnis während der nächsten
Zinsbindungszeit bedeuten. Kreditnehmer
sollten sich daher die Zeit nehmen,
Zinsangebote der Banken zu vergleichen, um
so für die Anschlussfinanzierung den
günstigsten Zinssatz zu finden.
Baufinanzierungsrechner unabhängiger
Finanzierungsvermittler vergleichen hierbei
die Konditionen verschiedener Banken und
zeigen ihren Kunden das jeweils beste
Angebot.
Wurde ein günstigeres Angebot als das der
Hausbank gefunden, kann der Vertrag
abgeschlossen werden. Die neue Bank wird
dann die bisher finanzierende Bank
anschreiben und die Ablösung des Darlehens
zum Ablauf der Zinsbindung veranlassen.
Gleichzeitig wird die eingetragene
Grundschuld auf die neue Bank übertragen.
Der Kreditnehmer selbst muss dabei keine
Aufgaben erledigen, die übernehmende Bank
übernimmt diese Aufgaben in der Regel
vollständig.
Die Anschlussfinanzierung mittels
Forward-Darlehen
Die Anschlussfinanzierung kann in der Regel
immer erst zum Fälligkeitstermin erfolgen.
Dabei ist der Kreditnehmer natürlich an das
dann geltende Zinsniveau gebunden. Doch es
gibt auch eine Möglichkeit, frühzeitig die
Anschlussfinanzierung zu vereinbaren, und
zwar mittels Forward-Darlehen.
Forward-Darlehen sind dabei ebenfalls
Annuitätendarlehen mit einer festen
Zinsbindungszeit sowie eines anfänglichen
Tilgungssatzes. Im Unterschied zu
konventionellen Annuitätendarlehen erfolgt
die Auszahlung der Forward-Darlehen
allerdings in der Zukunft, auf Wunsch bis zu
36 Monate nach dem Darlehensabschluss. Für
die Zeit bis zur Auszahlung berechnen die
Banken allerdings einen kleinen Aufschlag
von 0,01-0.05% pro Monat. Somit haben
Kreditnehmer die Möglichkeit, das historisch
niedrige Zinsniveau schon heute zu sichern,
das Zinsänderungsrisiko zum Ablauf der
Zinsbindung wird somit eliminiert. Auch bei
Forward-Darlehen lohnt es sich, die
Konditionen der Banken über einen
unabhängigen Konditionsvergleich zu
vergleichen, um den jeweils günstigsten
Zinssatz nutzen zu können.
Informationen zur
Anschlussfinanzierung:
|